Amazon wird Azure-Kunde durch Übernahme von Whole Foods

Sowohl Microsoft als auch Amazon bieten ihren eigene Cloud-Dienstleistungen an und stellen sich hierbei gegenseitig in schärfste Konkurrenz. Nach der 13,7 Milliarden US-Dollar teuren Übernahmen von Whole Foods durch Amazon, sind beide Unternehmen nun überraschend Partner geworden.

Auf seiner Internetseite präsentiert Microsoft eine lange Liste von Kunden, welche in jeweils eigenen Artikeln eine Geschichte erzählen, wie „gut“ die Microsoft Cloud zu den individuellen Bedürfnissen des eigenen Unternehmens passt und wie hoch das Maß an Flexibilität bei Bedarf ist. Große Kunden, wie zum Beispiel der Autohersteller Renault oder die Auktionsplattform eBay, erlauben es Microsoft seit jeher, die eigene Marke als Kundenbeispiel zu verwenden. Im Gegenzug erhalten diese Konzerne mit großer Wahrscheinlichkeit hierbei die eine oder andere Vergünstigung.

Whole Foods, das neueste Tochterunternehmen des weltweit größten Online-Händlers Amazon, ist ein solch beispielhafter Kunden, der sich nun auf der Referenzliste der Redmonder wiederfindet. Whole Foods selbst hatte noch im November 2016 in seinem eigens verfassten Werbetext auf die Vorzüge der Microsoft-Cloud hingewiesen. Whole Foods gab in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen mit Hilfe von Microsoft Azure die Account von mehr als 91.000 Mitarbeitern verwaltet und ihnen darüber hinaus den Zugriff auf Cloud-Anwendungen verschiedenster Art gestattet.

Experten derzeit stark davon aus, dass sich Amazon über den vorliegenden Sachverhalt bewusst ist und einen Wechsel in das eigene Cloud-Angebot in naher Zukunft forcieren wird. Ein derart aufwendiger Schritt lässt sich allerdings nicht binnen weniger Tage organisieren bzw. durchführen. Hinzu kommt, dass die Cloud-Dienste vom Amazon im Enterprise-Segment noch immer das Nachsehen gegenüber Microsoft-Produkten haben. Angesichts dessen kann es sein, dass Amazon noch eine ganze Zeit lang „stolzer“ Cloud-Kunde von Microsoft mit Whole Foods bleiben wird.