Lenovo stellt neue wassergekühlte Servertechnologie vor

Lenovo hat einen neuen High-Density-Server „Tray“ für High-Performance-Computing (HPC)-Umgebungen mit der neuesten Generation von Wasserkühlungstechnologie vorgestellt. Das gemeinsam mit einer deutschen HPC-Firma entwickelte System senkt den Stromverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Luftkühlungsmethoden um 30 bis 40 %. Dies macht es ideal für den Einsatz bei Providern und ermöglicht günstigere Hosting-Angebote.

Im Gegensatz zu einem typischen wassergekühlten System, bei dem das Wasser fast bis zu einem trinkbaren Zustand gekühlt wird, ist das ThinkSystem SD650 High-Density Server Tray für den Betrieb mit warmem Wasser bis zu 50 °C ausgelegt. CPUs müssen nicht auf Temperaturen wie im Kühlschrank gekühlt werden. Der Hersteller Intel betont, dass sie mit viel höheren Temperaturen umgehen können. Xeons können Temperaturen von bis zu 75 °C vertragen, ohne instabil zu werden oder abzustürzen.

Durch die Verwendung von wärmerem Wasser reduziert Lenovo den Stromverbrauch um 30 bis 40 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Luftkühlverfahren.

Wasserkühlung kostet weniger und ist effektiver
Es ist nicht nur eine billigere Methode der Kühlung, sondern auch effektiver. Die Luftkühlung ist nur bis etwa 10 Kilowatt Leistung in einem Servergehäuse wirksam, während die Wasserkühlung 70 kW und mehr leisten kann.

Das ThinkSystem SD650 ist ein sehr kompaktes Serversystem. Jeder Tray hat zwei Sockel. In ein 6HE NeXtScale n1200 Gehäuse können bis zu 12 Trays eingesetzt werden. Das bedeutet 24 Xeons, 9,2 TB Speicher, 24 SFF SSDs oder 12 SFF NVMe Laufwerke.

Lenovo entwickelte das Kühlsystem mit dem Leibniz Supercomputing Center (LRZ) in Deutschland. Das Zentrum setzt einen 100-Rack-Supercomputer ein, der aus 6.500 ThinkSystems SD650s mit 26,7 Petaflops Spitzenleistung besteht. Damit ist er der drittgrößte Supercomputer auf der Liste der Top-500-Supercomputer.

Die direkt wassergekühlte Ausführung ermöglicht eine Wärmerückgewinnung von bis zu 90 Prozent. Dies bedeutet, dass nur 10 Prozent der von der CPU erzeugten Wärme mit einer Klimaanlage oder einem Lüfter behandelt werden müssen. Der SD650 wird mit Ausnahme des Netzteils nicht mit einem Lüfter geliefert. Dies führt zugleich zu einem deutlich leiseren Rechenzentrum.

Wasserkühlung erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da die Luftkühlung für eine extrem dichte Serverumgebung schlichtweg nicht ausreicht. Die Anschaffungskosten sind etwas höher, amortisieren sich aber mit der Zeit durch die reduzierten laufenden Kosten.